Ein jahrelanger Wettlauf zur De-Anonymisierung von Satoshi Nakamoto scheint an einer ideologischen Sackgasse angelangt zu sein, die der Branche paradoxerweise zugutegekommen ist. Vor dem Hintergrund des Films „Finding Satoshi" haben führende Vertreter großer Kryptounternehmen eine einheitliche These geäußert: Nakamotos Identität ist endgültig zu einem historischen Artefakt geworden, nicht mehr zu einem Marktfaktor.
Phong Le, CEO von MicroStrategy, kommentierte den Film und betonte, dass Bitcoin einen Ansatz verdient hat, der auf Bescheidenheit und Anerkennung von Beiträgen beruht, anstatt auf Versuche der Enthüllung. Unterstützt wurde er von Brian Armstrong, CEO von Coinbase, der erklärte, dass Bitcoins Code und wirtschaftliches Modell nun „für sich selbst stehen", unabhängig davon, wer 2008 den Stift in der Hand hielt.
Wer ist Satoshi?
Ein interessanter Aspekt ist, dass die Finding-Satoshi-Version, die ein Duo aus Hal Finney und Len Sassaman vorschlägt, die „marktneutralste" ist. Im Gegensatz zu früheren Theorien, die Peter Todd oder Adam Back einbezogen, impliziert diese Version, dass die „Schlüssel zum Paradies" physisch unzugänglich sind, da beide mutmaßlichen Schöpfer verstorben sind – Finney seit 2014 und Sassaman seit 2011.
Dies beseitigt das langjährige „Schwarzer Schwan"-Risiko einer plötzlichen Freigabe von 1,1 Millionen BTC aus Satoshi-verknüpften Wallets. Darüber hinaus setzt die Anerkennung ihrer Witwen über die Plausibilität dieser Theorie der Spekulation ein Ende und verwandelt Satoshi von einem mysteriösen Manipulator in ein tragisches Genie.
Die Zahlen bestätigen, dass Bitcoin seinen Schöpfer überwachsen hat. Heute hält MicroStrategy 815.000 BTC und BlackRock hält 806.000 BTC, womit sie effektiv zum kollektiven „Satoshi" der Gegenwart werden. Ihre kombinierten Bestände gleichen den Anteil des Gründers aus.
Ob dies das Netzwerk dezentraler und widerstandsfähiger gegenüber individuellen Reputationsrisiken macht, bleibt eine offene Frage.
Source: https://u.today/why-satoshis-identity-no-longer-matters-strategy-and-coinbase-ceos-signal-the-end-of-the-hunt








