Trotz steigender geopolitischer Risiken auf den globalen Märkten signalisiert der anhaltende Anstieg risikobehafteter Anlagen laut einigen Analysten eine ernsthafte Schwachstelle.
Bitcoin-Wal Garrett Jin erklärte, dass die Straße-von-Hormus-Krise vom Markt ernsthaft unterschätzt werde und dass noch keine Lösung gefunden worden sei.
Laut Jin ist die Tatsache, dass Brent-Ölpreise bei rund 103 $ gehandelt werden, während der S&P 500 Index Rekordhöhen erreicht, einer der deutlichsten Indikatoren für die Diskrepanz auf den Märkten. Laut Goldman Sachs Prime Brokerage-Daten stieg das globale Short/Long-Verhältnis im März auf 7,6:1 und markierte damit den schnellsten Netto-Ausverkauf seit 13 Jahren. Der Anstieg von 7,1 % an einem einzigen Tag im Korb der 50 am meisten leerverkauften Aktien der Bank nach der Waffenstillstandsankündigung deutet laut Analysten auf eine klassische „Short-Covering"-Bewegung hin und nicht auf eine starke Kaufbereitschaft.
Im gleichen Zeitraum leiteten trendfolgenden Fonds (CTAs) Rekordmengen an Kapital in U.S. Aktien, die „Big Seven" (wichtigste Technologieaktien) erholten sich um 20 % von ihren Tiefstständen vom 30.03., und der NASDAQ Composite Index verzeichnete seine längste Gewinnserie seit 1992.
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Jin argumentiert jedoch, dass die grundlegenden Annahmen, die diesen Anstieg stützen, sich nicht materialisiert haben. Erwartungen wie die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, sinkende Ölpreise, rückläufige Inflation und eine Zinssenkung der Federal Reserve haben sich alle nicht erfüllt.
Tatsächlich unterstützen jüngste Entwicklungen diese Sichtweise. Nachdem der Iran am 17.04. angekündigt hatte, dass die Meerenge „vollständig geöffnet" sei, fielen die Brent-Ölpreise um 9 % auf 90 $. Weniger als 24 Stunden später eröffnete die Iranische Revolutionsgarde das Feuer auf Öltanker und erklärte, dass „jedes Schiff getroffen wird", was mindestens neun Tanker zur Umkehr zwang. Heute wurde berichtet, dass der Iran auf drei weitere Schiffe geschossen und zwei weitere beschlagnahmt hat. Diese Entwicklungen haben zu Interpretationen geführt, dass sich zwischen den USA und dem Iran eine faktische zweiseitige Blockade gebildet hat, während Brent-Öl erneut auf 103 $ gestiegen ist.
Auch im globalen Logistiksektor nehmen die Risiken zu. Laut dem CEO des deutschen Schifffahrtsgiganten Hapag-Lloyd wird der Wiederaufbau des maritimen Transportversicherungssystems mindestens 6–8 Wochen dauern. Darüber hinaus sollen Ereignisse wie Israels Angriffe auf das South-Pars-Erdgasfeld, Irans Anvisierung der Ras-Laffan-LNG-Anlage in Katar und Schäden an der industriellen Infrastruktur in den VAE Schäden an der Energieinfrastruktur verursacht haben, die Monate oder sogar Jahre andauern könnten.
Laut dem Analysten deutet dies darauf hin, dass trotz scheinbar hoher Risikobereitschaft die systemischen Schwachstellen stetig zunehmen.
*Dies ist keine Anlageberatung.
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